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Buick Riviera

Kroatien/B&H/D 2008, 86 min, R: Goran Rušinovič, D: S. Stimac, L. Lusev, OmeU

BUICK RIVIERA Buick Riviera Der bosnische Muslim Hasan, in die USA geflohen und seitdem ein Heimatloser geblieben, ist bei einer Panne seines geliebten alten BUICK RIVIERA auf die Hilfe des Serben Vuko angewiesen. Als dieser später bei Hasan und seiner Frau auftaucht, entwickelt sich eine gefährliche Dynamik in ihrem Gespräch – und das Roadmovie von Regisseur Goran Rusinovic wird zu einem packenden Kammerspiel um Vorurteile und Ressentiments.

Es ist kein Film mit dem direkten Fokus auf Roma und doch thematisiert er passend zur Reihe die jüngere Geschichte der Balkanregion.

Auszeichnungen: Heart of Sarajevo für den Besten Film beim Sarajevo Film Festival 2008, Heart of Sarajevo für die Besten Darsteller (Slavko Stimac, Leon Lucev) beim Sarajevo Film Festival 2008, FIPRESCI-Preis beim Sarajevo Film Festival 2008

Mi, 19. Mai 2010, 18 Uhr 45

Trailer:

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Dallas Pashamende, Deutschland/Österreich/Ungarn, 2005, 85 min, R: Robert A. Pejo, D: Bogdan Zsolt

Radu (Zsolt Bogdán) ist Lehrer in Bukarest. Vor fünfzehn Jahren hat er sein Heimatdorf Dallas, eine Roma-Siedlung, hinter sich gelassen. Jetzt kommt er zurück, um das Begräbnis seines Vaters auszurichten. Es sollte nur ein kurzer Besuch werden, das hat Radu seiner Verlobten versprochen, doch in Dallas trifft er seine Jugendliebe wieder – und das verändert die Sachlage sichtlich. Der Dorftyrann und ein Bär tun ihr Übriges.

Trailer:

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Die bessere Seite, Deutschland/ Ungarn, 2005, 42 min, R: Janek Romero

Der Junge, der am Bahnhof sitzt und den vorbeifahrenden Fernzügen nachträumt, heißt Joci. Sein Heimatdorf Nyirmihálydi ist eine Romasiedlung im Osten Ungarns.
Hier lebt man nach eigener Tradition, tanzt zur eigenen Musik, spricht eine eigene Sprache. Erwachsen zu werden bedeutet hier in die Fußstapfen des Vaters zu treten. Doch Joci träumt von einem Leben jenseits der Schienen. Was erwartet ihn, wenn er das Dorf verlässt, wenn er sich seinem Vater widersetzt? Der Film begleitet den Roma-Jungen durch seinen Alltag, zu seinen Wurzeln und nach Budapest, in eine für Joci unbekannte Welt.

„Die bessere Seite“ ist keine x-fach gesehene Milieustudie, sondern ein anspruchsvoller Dokumentarfilm der das Thema „vorherbestimmte Zukunft“ am Beispiel eines ungarischen Jungen, behandelt .

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Gadjo Dilo – Geliebter Fremder, Rumänien/ F, 1997, 110 min, R: Tony Gatlif, D: R. Duris, R. Hartner

Gadjo dilo ist ein sehr poetischer Film, der auf die Ausdruckskraft seiner Bilder setzt.(…) So erhält das Kinopublikum, einen sehr intensiven Einblick in das Leben der Roma. (schnitt.de)

Stéfane, ein junger Franzose, ist auf der Suche nach der Sängerin Nora Luca, die er nur durch eine Musikkassette mit ihren Liedern kennt. Als er eines Abends auf den alten Roma Izidor trifft, nimmt dieser ihn mit in sein Dorf. Dort wird Stéfane zunächst misstrauisch beäugt und als Hühnerdieb beschimpft. Fortan sind sie zusammen unterwegs, der Hochzeitsmusiker Izidor und der Franzose Stéfane, und mehr und mehr akzeptiert die Dorfgemeinschaft den ‚Gadjo dilo‘, was in der Sprache der Roma entgegen dem deutschen Verleihtitel ‚verrückter Fremder‘ bedeutet. Als Stéfane die junge und freigeistige Sabina kennen- und lieben lernt, wird die kulturelle Annäherung auf eine neue Belastungsprobe gestellt.

Di, 20. April, 21 Uhr: Eröffnungsfilm des Festivals

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Kenedi goes back home, Serbien, 2003, 76 min, R: Zelimir Zilnik

Zelimir Zilniks Film (Originaltitel: „Kenedi se vraca kuci“) ist, ähnlich wie frühere Arbeiten, kein Dokumentarfilm im klassischen Sinn, sondern eher eine dokumentarische Intervention: Kenedi, ein junger Mann aus dem Kosovo, selbst von der Abschiebung aus Deutschland betroffen, fungiert dabei als eine Art Mittelsmann zwischen Filmteam und anderen unfreiwillig Heimgekehrten, die im Gespräch mit ihm von ihren Erfahrungen berichten. Mitten in der Nacht habe man sie geweckt, erzählt etwa ein aufgebrachter Familienvater während einer langen Autofahrt, um sie Stunden später in ein Flugzeug nach Belgrad zu setzen.

Mi, 28. April, 18 Uhr 45

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Liberté (Korkoro), Frankreich, 2009, 111 min, (OmeU), R: Tony Gatlif, D: Marc Lavoine – Bremen Premiere

Der Film zeigt das Schicksal einer Familie von Roma, in Frankreich auch Bohémiens oder Manouches genannt, die 1943 während der deutschen Besatzung zu Erntearbeiten in ein kleines französisches Dorf kommt. Sie entgeht der von den Nazis angeordneten Internierung und Deportation zunächst, weil ihr der Bürgermeister des Dorfes, ein Gerechter, wie Sie ihn nennen, einen Teil seines eigenen Besitzes überschreibt: die Ruine eines ehemaligen Bauernhofs, umgeben von hohen Steinmauern. Nach französischem Recht, das auch zur Zeit des Vichy-Regimes galt, waren die Besitzer einer Immobilie automatisch freie, rechtschaffene Bürger. Doch eines Nachts spannen sie die Maulesel an, steigen auf ihre Wagen und reißen aus. An der Grenze nach Belgien werden sie gestellt.

Ein emotionaler und politisch hoch aktueller Film, der einerseits die historische Dimension und andererseits die individuelle Sichtweise der Roma betont. „Gatlifs bester Film“ (Le Monde).

Mo, 18.10. und  Di, 19.10.2010, jeweils 20 Uhr 45

Trailer: http://www.ugcdistribution.fr/liberte/

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Nirgendwo Kosovo, Deutschland, 2009, 90 min, R: Silvana Santamaria

Der Max-Ophüls-Preisgekrönte Dokumentarfilm erzählt die Geschichte eines 28-jährigen Flüchtlings, der, nachdem er 17 Jahre in Deutschland gelebt hat, in den Kosovo abgeschoben wurde. Er trifft dort auf eine Realität, die jeden Tag für ihn Kampf um seine Existenz bedeutet. Ohne festen Wohnsitz, ohne ausreichend zu Essen und ohne Aussicht auf geregelte Arbeit, muss er dennoch versuchen, irgendwie zu überleben, irgendwie eine Haltung und einen Sinn zu finden im Angesicht unzähliger Sinnlosigkeiten, die ihn umgeben.

Mi, 27.Oktober 2010, 19 Uhr

Trailer: http://www.kosovokosova-derfilm.de/trailer.html

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Pretty Dyana, Serbien, 2003, 47 min, OmU(d), R: Boris Mitic

Seit ihrer Vertreibung aus dem Kosovo versuchen Roma-Flüchtlinge in Belgrad zu überleben. Der katastrophalen Situation im Slum zum Trotz finden sie eine Nische, die ihnen eine Existenz möglich macht. Sie zerlegen alte Citroen Dianas und 2 CVs und funktionieren sie zu Kleinlastern um, die sie dann zum Transport von Altpapier, Flaschen etc. zu nutzen. Dem Dokumentarfilm gelingt es, eine Atmosphäre zu erzeugen, die von der bewundernswerten Kreativität und dem unverwüstlichen Optimismus dieser Menschen lebt und zugleich eine Liebeserklärung an den Citroen Diana ist. Eine mitreißende Filmmusik begleitet die Story und lässt die Schikanen der Polizei fast vergessen…

Auszeichnungen:u.a. Documenta Madrid, RomaDocFest: audience award winner; Dokufest Prizren/Kosovo: best documentary; GoEast: Dokumentarfilmpreis

Mi, 21. April, 18 Uhr

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Shutka – Stadt der Roma, CSR, Serbien, Montenegro 2005, 79 Min, OmU, Regie: Aleksandar Manic

Shutka, 15 Autominuten von der mazedonischen Hauptstadt Skopje entfernt, ist die inoffizielle Hauptstadt der Roma. In Shutka misst sich der Wohlstand nicht am Geld. Hier ist derjenige wohlhabend, der immer wieder in der Lage ist, sich neu zu erfinden. Vielleicht ist dies auch der Grund, warum behauptet wird, in Shutka finden mehr Meisterschaften in irgendwas statt, als irgendwo anders auf der Welt. Seien es Vampirjagden, Türkische-Musikkassetten-sammeln-Weltmeisterschaften oder ein Ausscheidungskampf in Wer-hat-die-schönste-Sonntagsgarderobe-Disziplin. Eine Stadt, die direkt einem Kusturica-Film entsprungen zu sein scheint – voller merkwürdiger Rituale, grotesker Situationen und burlesker Gestalten. Dokumentarisches mischt sich mit schauspielerischen Einlagen der Einwohner, Farbe mischt sich mit Schwarzweiß-Bildern, Animation trifft auf optische Effekte, die den Geist alter Dokumentarfilme zitieren. So entsteht ein sehr spezielles und einzigartiges Portrait dieses ungewöhnlichen Ortes und seiner Bewohner.

Mi, 21. April, 18 Uhr 45